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Zwei Reiter mit Sportpferden auf einem breiten Waldweg im Herbst
31. Oktober 2026
6 min Lesezeit

Ausreiten in NRW: Welche Waldwege kommen für Ihr Pferd infrage?

Von der SportHorses.de-Redaktion

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Welche Waldwege kommen beim Ausreiten in NRW infrage? So prüfen Sie örtliche Regeln, Reitkennzeichen und die tatsächliche Runde bei der Stallbesichtigung.

Beim Ausreiten in NRW sollten Sie zuerst die örtliche Wegefreigabe, dann das Reitkennzeichen und schließlich die Eignung der Strecke für Ihr Pferd klären. Ein breiter Waldweg allein ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage. Wald und Holz NRW erläutert eine Grundregel mit örtlichen Erweiterungen und Einschränkungen. Die undatierte Informationsseite bietet Orientierung; lassen Sie die konkrete Route vor Ort bei der zuständigen Behörde bestätigen.

Für die Suche nach einem neuen Einstellplatz ist das ebenso wichtig wie für das Probereiten eines Sportpferdes. Ein Stall kann direkt am Wald liegen, ohne dass die gewünschte Trainingsrunde tatsächlich nutzbar ist. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Entfernung zum Waldrand, sondern eine konkrete Strecke vom Hoftor bis zurück zum Stall.

Nicht der Wald vor der Stalltür entscheidet, sondern die nutzbare Runde dahinter.

Welche Waldwege beschreibt die Grundregel in NRW?

Die Grundregel unterscheidet zwischen Straßen und Fahrwegen einerseits und anderen Wegen oder Pfaden andererseits. Auf seiner undatierten Informationsseite beschreibt Wald und Holz NRW das Reiten zu Erholungszwecken auf öffentlichen Verkehrsflächen sowie darüber hinaus auf privaten Straßen, Fahrwegen und gekennzeichneten Reitwegen. Als Fahrwege nennt die Seite befestigte und naturfeste Waldwirtschaftswege. Die Angaben sollten Sie mit der örtlichen Regelung abgleichen.

Ein Wanderzeichen ist dabei nicht automatisch ein Ausschlussgrund: Die dort beschriebene Grundregel erfasst private Straßen und Fahrwege unabhängig davon, ob sie als Wanderwege gekennzeichnet sind. Zugleich erläutert Wald und Holz NRW, dass örtliche Einschränkungen möglich sind. Aus einem Wanderzeichen allein lässt sich deshalb weder eine sichere Freigabe noch ein pauschales Reitverbot ableiten.

Für ein Gespräch mit dem Stallbetreiber hilft diese Unterscheidung:

Beobachtung bei der Besichtigung Sinnvolle Nachfrage
Breiter Waldwirtschaftsweg Welche örtliche Reitregelung gilt genau hier?
Wanderzeichen am Weg Handelt es sich um einen Fahrweg, und bestehen zusätzliche Einschränkungen?
Schmaler Pfad als Abkürzung Welche bestätigte Alternative führt zurück zum Stall?
Reitweg auf einer Freizeitkarte Ist die Darstellung noch zutreffend, und gibt es Sperrungen?

Die Tabelle ist eine Prüfhilfe, keine Freigabe einzelner Wege. Eine Karte und eine Aussage wie „Hier reiten alle“ ersetzen nicht die Klärung für den betreffenden Abschnitt.

Warum reicht die landesweite Grundregel nicht aus?

Weil Kreise und kreisfreie Städte nach der Darstellung von Wald und Holz NRW zusätzliche örtliche Regelungen treffen können. Die undatierte Seite unterscheidet Gebiete mit geringem Reitaufkommen, in denen weitere private Wege zugelassen werden können, von besonders stark zur Erholung genutzten Waldflächen, in denen eine Beschränkung auf gekennzeichnete Reitwege möglich ist. Auch einzelne Wege können betroffen sein. Quelle: Wald und Holz NRW.

Die Erweiterung ist dort ausdrücklich nicht grenzenlos beschrieben: Auch in Gebieten mit erweitertem Zugang bleibt das Reiten auf Pfaden und Rückegassen in Waldbeständen verboten. Zudem verweist die Seite für Schutzgebietsregelungen und Wegsperrungen auf die Kreise und kreisfreien Städte. Lassen Sie sich deshalb nicht nur eine allgemeine Übersicht, sondern die für Ihre Strecke maßgeblichen Informationen nennen. Quelle: Wald und Holz NRW.

Wie konkret kommunale Informationen werden können, zeigt die ebenfalls undatierte Reitseite der Stadt Dortmund. Sie beschreibt naturfeste Waldwirtschaftswege als Wege, die auch mit zweispurigen, nicht geländegängigen Kraftfahrzeugen befahren werden können, und erläutert die Bedeutung des örtlichen Landschaftsplans. Das ist ein Dortmunder Beispiel, keine übertragbare Auskunft für jeden Stall in Westfalen. Fragen Sie das Umweltamt nach dem Stand für Ihre geplante Runde.

Was sollten Sie zum Reitkennzeichen klären?

Klären Sie die Kennzeichnung getrennt von der Wegefrage: Ein Kennzeichen beantwortet nicht, ob ein bestimmter Weg genutzt werden darf. Wald und Holz NRW beschreibt auf seiner undatierten Seite die Pflicht, beim Reiten in freier Landschaft oder Wald ein gut sichtbares, beidseitig am Pferd angebrachtes gültiges Kennzeichen zu führen. Die Seite nennt dieselbe Pflicht für das Führen von Pferden und verweist für die Ausgabe an die unteren Naturschutzbehörden der Kreise und kreisfreien Städte.

Der Pferdesportverband Westfalen nennt auf seiner undatierten Themenseite außerdem die jeweilige Jahres-Reitplakette und bezeichnet die Rückfrage bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde als in jedem Fall notwendig. Bestätigen Sie dort die Anforderungen und den Ablauf, statt sich auf das Kennzeichen eines anderen Pferdes am selben Hof zu verlassen.

Für die Vorbereitung eines Stallwechsels bietet sich diese Reihenfolge an:

  • Die gewünschte Runde mit Startpunkt und einzelnen Waldabschnitten notieren.
  • Die zuständige Behörde nach örtlichen Freigaben, Einschränkungen und Sperrungen fragen.
  • Kennzeichen, Jahresplakette und das Vorgehen für den eigenen Fall klären.
  • Eine kürzere Alternativrunde planen, falls ein Abschnitt nicht infrage kommt.
  • Die Strecke zunächst gemeinsam mit einer ortskundigen Begleitung beurteilen.

Den Versicherungsschutz sollten Sie daneben gesondert besprechen. Dafür hilft unsere Einordnung zur Pferdehalterhaftpflicht vor der Übergabe. Sie ersetzt weder die Wegeprüfung noch die individuelle Rücksprache mit dem Versicherer.

Wie prüfen Sie die Strecke bei einer Stallbesichtigung?

Prüfen Sie die tatsächliche Runde und nicht nur den Blick ins Grüne. Bitten Sie um eine gemeinsame Begehung oder Besichtigung der vorgesehenen Wege. Notieren Sie Straßenquerungen, enge Begegnungsstellen und Möglichkeiten, eine Runde vorzeitig zu beenden. So wird aus „gutes Ausreitgelände“ eine nachvollziehbare Beschreibung.

Trennen Sie dabei Belegbares und Einschätzung. Eine behördliche Auskunft zu einem benannten Weg ist etwas anderes als die Vermutung, Ihr Pferd werde dort entspannt laufen. Auch eine gelungene Runde mit dem bisherigen Reiter beantwortet noch nicht, wie sich die neue Partnerschaft entwickelt. Für die Einschätzung des Pferdes ergänzt unser Beitrag zur Aussagekraft einer Gelassenheitsprüfung die Streckenprüfung.

Für nasse Herbsttage lohnt sich außerdem eine Ausweichplanung. Auf der Seite des Pferdesportverbands Westfalen stehen Verhaltensempfehlungen, die dort der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Abteilung Umwelt und Pferdehaltung, mit dem Stand 01-2018 zugeordnet sind. Dazu gehören Umwege oder der Verzicht auf einen Ausritt bei durch anhaltenden Regen weich gewordenen Wegen und Begegnungen mit anderen Wegenutzern im Schritt. Das sind hier als solche gekennzeichnete Verhaltensempfehlungen, keine zusätzliche örtliche Wegefreigabe. Quelle: Pferdesportverband Westfalen.

Welche Fragen bleiben vor dem ersten Ausritt offen?

Darf ich eine gesperrte Strecke einfach zu Fuß mit Pferd passieren?

Nicht pauschal. Wald und Holz NRW beschreibt das Führen am Zügel auf Waldwegen grundsätzlich als gestattet, nennt aber ausdrücklich das Verbotszeichen 258 StVO als Ausnahme: Dort ist nach der undatierten Darstellung auch das Führen verboten. Klären Sie die konkrete Beschilderung und örtliche Situation. Quelle: Wald und Holz NRW.

Beweist eine eingezeichnete Route in einer App die Erlaubnis?

Verwenden Sie die Darstellung als Planungshilfe, nicht als abschließende Auskunft. Lassen Sie unklare Abschnitte vor dem Ritt bestätigen und halten Sie eine Alternative bereit.

Was sollte ich den Verkäufer eines geländeerfahrenen Pferdes fragen?

Fragen Sie nach konkreten Situationen: allein oder in Begleitung, Begegnungen, Straßenverkehr und Verhalten beim Warten. Die Antwort beschreibt Erfahrungen; sie ist keine Garantie für jede Strecke oder jeden neuen Reiter.

Wie wird daraus eine brauchbare Entscheidung für den Stall?

Vergleichen Sie bestätigte Wege, praktische Erreichbarkeit und die Bedürfnisse Ihres Pferdes getrennt. Weitere Entscheidungshilfen zu Pferdekauf und Haltung finden Sie in unserem Ratgeberbereich. Eine sorgfältig geprüfte Runde ist wertvoller als ein großes, aber unbestimmtes Versprechen von Ausreitgelände.