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Dunkelbraunes Warmblut-Sportpferd neben einem Pferdetransporter mit Importpapieren auf einem deutschen Reiterhof
23. Mai 2026
6 min Lesezeit

Pferd nach Deutschland importieren: Papiere, Transport und Registrierung (2026)

Von der SportHorses.de-Redaktion

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Dein Traumpferd steht im Ausland – und dann? Dies ist der komplette Leitfaden für den Import eines Sportpferdes nach Deutschland: Pass, Tiergesundheitszeugnis, Transport und Registrierung.

Du hast endlich dein Traumpferd gefunden – doch es steht in den Niederlanden, Belgien oder vielleicht sogar in Spanien. Ein Sportpferd im Ausland zu kaufen, ist 2026 normaler denn je, aber zwischen „Ja, ich kaufe es“ und „Es steht sicher im Stall in Deutschland“ liegt ein Weg voller Bürokratie, Transport und Registrierung. Wer das unterschätzt, scheitert an der Grenze, verpasst eine Frist oder zahlt unnötig viel. In diesem Leitfaden gehen wir Schritt für Schritt durch, was du wirklich brauchst, um ein Pferd nach Deutschland zu importieren.

Die folgenden Informationen basieren auf den offiziellen Regeln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Vorschriften können sich ändern, und deine Situation (EU oder Nicht-EU, privat oder gewerblich) bestimmt, welche Anforderungen genau gelten. Überprüfe vor dem endgültigen Kauf immer die aktuellen Informationen beim BMEL und BVL oder lass dich von einem spezialisierten Transporteur beraten.

Schritt 1 – Überprüfe den Pass, bevor du bezahlst

Jedes Pferd, das eine Grenze überquert, muss über einen gültigen Pferdepass verfügen. Gute Nachrichten für Käufer innerhalb der EU: Ein gültiger EU-Pass wird in der gesamten Europäischen Union anerkannt und muss nicht durch einen deutschen Pass ersetzt werden. Das Pferd muss außerdem mit einem Chip (Mikrochip) versehen sein, der mit dem Pass übereinstimmt.

Kaufst du außerhalb der EU? Dann wird der Pass nach EU-Normen geprüft. Entspricht er diesen nicht, kann er für ungültig erklärt werden, und ein neuer Pass muss beantragt werden. Überprüfe den Pass also immer, bevor du bezahlst – ein fehlender oder fehlerhafter Pass ist ein Warnsignal.

Tipp: Kombiniere diese Kontrolle mit einer Ankaufsuntersuchung und dem sorgfältigen Lesen des Untersuchungsberichts. Papiere und Gesundheit gehören in eine einzige Entscheidungsfindung.

Schritt 2 – Das Tiergesundheitszeugnis (TRACES)

Dies ist das Dokument, an dem die meisten Käufer scheitern. Für den Import ist ein Tiergesundheitszeugnis vorgeschrieben, das im europäischen System TRACES registriert wird. Das Zeugnis wird nach einer Untersuchung durch einen offiziellen Tierarzt der Behörde im Herkunftsland ausgestellt. Ohne dieses Zeugnis darf das Pferd die Grenze nicht überqueren.

Wichtig: Dieses Zeugnis regelst du (oder dein Transporteur) im Herkunftsland, vor der Abreise. Du kannst es nicht nachträglich in Deutschland „korrigieren“. Plane dies also rechtzeitig mit dem Verkäufer und dem Transporteur ein.

Schritt 3 – Transport: Privat oder gewerblich?

Wie du das Pferd transportierst, bestimmt, welche Regeln gelten:

  • Der Transport von mehr als zwei Pferden gilt als gewerblicher Transport. Dafür sind eine Transportgenehmigung und eine TRACES-Registrierung erforderlich.
  • Transportierst du dein Pferd selbst über mehr als 65 Kilometer, muss das transportierende Unternehmen über eine Transportgenehmigung verfügen.
  • Für EU-Länder (einschließlich Norwegen und der Schweiz) gelten andere Verfahren als für Nicht-EU-Länder.

In der Praxis entscheiden sich die meisten Käufer eines Sportpferdes für einen spezialisierten Pferdetransporteur. Dieser kennt die Routen, die Papiere und die Untersuchungsstationen. Achtung: Der Käufer bleibt für den Import des Pferdes verantwortlich, auch wenn du einen Vermittler oder ein Transportunternehmen beauftragst. Treffe daher im Voraus schriftliche Vereinbarungen darüber, wer welches Dokument regelt.

Schritt 4 – Kontrolle durch das BVL

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kontrolliert importierte Pferde, jedoch nicht auf die gleiche Weise:

  • Pferde aus anderen EU-Ländern werden stichprobenartig am Bestimmungsort kontrolliert.
  • Alle Pferde aus Ländern außerhalb der EU werden an der Grenze kontrolliert.

Stelle sicher, dass deine Papiere in Ordnung und griffbereit sind – besonders beim Import aus Nicht-EU-Ländern, wo die Kontrolle standardmäßig stattfindet.

Schritt 5 – Registrierung in Deutschland (die 30-Tage-Regel)

Dies ist der Schritt, der nach der Ankunft oft vergessen wird. Bleibt das importierte Pferd länger als 30 Tage an deinem Standort, musst du dich an eine deutsche Pass ausstellende Stelle (PAS) – meist ein Zuchtverband – wenden. Diese überprüft den ausländischen Pass und sorgt für die Erstregistrierung im HIT-System (Herkunftsinformationssystem Tiere) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Erledige dies so schnell wie möglich nach dem Import.

Zusätzlich muss der Standort, an dem du Pferde hältst, eine Betriebsnummer haben. Diese Nummer beantragst du bei der BLE und ist für jeden Stallstandort Pflicht.

Was kostet es – und lohnt sich der Import?

Die direkten Importkosten (Zertifikat, Transport, eventuell Quarantäne oder Flugtransport bei Nicht-EU) kommen zusätzlich zum Kaufpreis hinzu. Rechne für EU-Transporte innerhalb Westeuropas mit einigen Hundert bis über tausend Euro, abhängig von der Entfernung und ob du eine Fahrt teilst. Für Importe aus Nicht-EU-Ländern (Lufttransport, Grenzkontrolle) steigen die Kosten erheblich.

Kalkuliere vor dem Kauf alles durch, nicht nur die Anschaffung, sondern auch die strukturellen Kosten eines Pferdes. Ein Pferd aus dem Ausland kann qualitativ und preislich attraktiv sein – die Niederlande sind zum Beispiel ein riesiger Markt für Sportpferde und auch Spanien hat ein eigenes Angebot – aber nur, wenn du die Importkosten und -risiken im Voraus berücksichtigst.

Checkliste: Pferd nach Deutschland importieren

Vor dem Kauf

  • Gültiger Pass überprüft (und Chip, der damit übereinstimmt)
  • Ankaufsuntersuchung durchgeführt und Bericht gelesen
  • Absprachen darüber, wer das Tiergesundheitszeugnis regelt

Rund um den Transport

  • Tiergesundheitszeugnis (TRACES) im Herkunftsland beantragt
  • Transporteur mit gültiger Transportgenehmigung (bei >65 km oder >2 Pferden)
  • Klarheit darüber, wer für welches Dokument verantwortlich ist

Nach der Ankunft

  • Papiere bereit für die BVL-Kontrolle (Stichprobe EU / Grenze Nicht-EU)
  • Bei Aufenthalt >30 Tage: Registrierung über eine deutsche PAS/Zuchtverband im HIT
  • Betriebsnummer für deinen Stallstandort bei der BLE geregelt

Verifizierte versus allgemeine Ratschläge

Verifizierte Fakten (Quelle: BMEL, BVL): die Pflicht eines gültigen Passes und Chips; das Tiergesundheitszeugnis über TRACES, ausgestellt nach Untersuchung im Herkunftsland; BVL-Kontrolle per Stichprobe (EU) oder an der Grenze (Nicht-EU); die 30-Tage-Regel für die Registrierung über eine PAS im HIT; die Betriebsnummer-Pflicht; und die Regel, dass der Transport von mehr als zwei Pferden als gewerblicher Transport gilt.

Allgemeine Ratschläge / Annahmen: Die genannten Kostenindikationen sind Richtwerte und variieren stark je nach Route, Saison und Dienstleister. Genaue Tarife, Wartezeiten und eventuelle Quarantäneanforderungen für Nicht-EU-Importe sind situationsabhängig – fordere ein Angebot bei einem Transporteur an und überprüfe die aktuellen Anforderungen beim BVL.

Bereit für die internationale Suche?

Ein Pferd zu importieren ist gut machbar, sobald du die Papiere, den Transport und die Registrierung im Griff hast. Beginne mit dem richtigen Pferd: Auf Sporthorses.de findest du Sportpferde, die – über unser internationales Netzwerk – weltweit auffindbar und zum Verkauf stehen. Suche gezielt, fordere die Papiere an, bevor du bezahlst, und plane den Import von Anfang an mit ein.